Die Geschichte der Initiative Wildfischbestand Tiroler Lech
DIE AUSGANGSLAGE
Die Geschichte beginnt mit einem jahrzehntelangen Niedergang des Fischbestandes im Tiroler Lech. Im Februar 2020 wurde die ALFFA-Gewässerstudie veröffentlicht – die erste gesamtheitliche Analyse der Einflussfaktoren und ihrer Wirkung auf die Fischfauna dieses Flusssystems.
Untersucht wurden zentrale Kriterien wie Gewässermorphologie, Hydrologie, Gewässerchemie, hormonaktive Substanzen, fischfressende Vögel, Makrozoobenthos sowie das Umland und dessen Nutzung.
Die Ergebnisse waren bemerkenswert: In allen untersuchten Bereichen wurden dem Lech hervorragende natürliche Voraussetzungen für einen intakten Wildfischbestand bescheinigt. Trotzdem zeigte sich, dass der fischökologische Zustand mit lediglich 20 kg Fischbiomasse pro Hektar weit unter dem erwartbaren Potential liegt – ein klarer Hinweis auf dringenden Handlungsbedarf.


DER STARTSCHUSS
Dies war für Wolfgang der entscheidende Auslöser, die Initiative Wildfischbestand Tiroler Lech ins Leben zu rufen. Schon kurz nach dem Start gelang es, zahlreiche Partner für die Idee zu gewinnen: den regionalen und den Tiroler Fischereiverband, Wissenschaftler der Universität Innsbruck sowie mehrere Pächter und Bewirtschafter entlang des Lechs.
Gemeinsam entstand die Vision, die Bewirtschaftung des Lechs grundlegend neu und konsequent nachhaltig zu gestalten – mit dem Ziel, den Wildfischbestand Schritt für Schritt zu regenerieren.
WAS WIR UNTERNOMMEN HABEN
Ab nun erfolgte der Besatz ausschließlich mit Bachforellen, die aus dem Lech stammen, und zwar in Form von Augenpunkteiern bis hin zu einsömmerigen Forellen. Gefischt wird nur noch mit Schonhaken und in jenen Abschnitten, in denen Fische entnommen werden, gilt ein Entnahmefenster von 30-40 cm. Durch das ganze Lechtal hindurch wurde damit begonnen, Habitate zu pflegen beziehungsweise zu reaktivieren, und Zubringer, deren Anschluss an den Lech unterbunden ist, an den Lech anzuschließen, damit Fische wieder besser in ihre Laichhabitate einziehen können. Dieses V i d e o vermittelt einen Eindruck unserer Arbeit.


STATUS QUO
Nach nun sechs Jahren sind die Erfolge deutlich sichtbar. Die Altersstruktur bis hinauf zu Forellen in der Größenordnung von 40 cm ist wieder so, wie sie sein soll, und Forellen in der Größenordnung zwischen 50-55 cm werden immer wieder gelandet. Zugleich häufen sich Berichte über erfolgreich gelandete Äschen. Dies ist besonders erfreulich, nachdem die Äsche vor Jahren noch als „aus dem Fluss verschwunden“ eingestuft wurde.
NEXT STEPS
Nach den Erfolgen beim Bachforellenprojekt wollen wir mit einem noch größeren Äschenprojekt anknüpfen. Ziel ist auch, weitere Reviere für eine nachhaltige, ökologische Bewirtschaftung zu gewinnen. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Bewusstseinsbildung – durch Zusammenarbeit mit Schulen, Medienarbeit und Öffentlichkeitskampagnen wollen wir die Bedeutung intakter Fließgewässer und artenreicher Fischbestände stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Den nur wenn die Menschen im Tal über die Situation der Forellen und Äschen im Lech wissen, werden sie diese Fische auch schützen.


DIE FERNERE ZUKUNFT
Die Initiative Wildfischbestand Tiroler Lech soll so lange fortgesetzt werden, bis der Lech wieder einen rein selbst reproduzierenden Fischbestand aufweist, der seinem natürlichen Potential entspricht. Unser Ziel ist, dass unsere Kinder und Enkel den Lech so erleben können, wie wir ihn aus unserer eigenen Kindheit kennen: Als lebendigen, artenreichen und natürlichen Lebensraum.
Links: Kinder der Volksschule erwarten mit Spannung das Öffnen der Bachforellen-Cocoons.






Wir bedanken uns bei unseren Förderen. Ohne sie wäre unser Nachhaltigkeitsprojekt nicht umsetztbar:

